Torpedo

Ernst Hummel
Torpedo, 1946
Folge von 14 Linolschnitten "Weltkrieg"
Linolschnitt
Blatt: 33 x 20,2 cm, Platte: 17,3 x 14 cm

00:00 / 01:56

Wird vorgetragen von Christa Reißmann

Ernst Hummel (1898–1961) war ein Maler und Bildhauer. 1946 erstellte er die 14 Linolschnitte umfassende Folge "Weltkrieg". Das Werk "Torpedo" ist eines dieser 14 Schnitte und zeigt eine düstere Szene, die sich auf hoher See abspielt. Das große Schiff im Vordergrund macht den größten Teil des Bilds aus. Es ist ein Kriegsschiff, das auf dem Heck eine Kanone zur Abwehr anderer Angreifer hat. Die Besatzung ruht vermutlich gerade in ihren Kajüten auf dem Schiff, völlig erschöpft und in ständiger Angst vor plötzlichen Angriffen. Auf der beunruhigend ruhigen See schlägt der Bug des Schiffes leichte Wellen zur Seite. Links im Hintergrund ist ein weiterer Dampfer zu sehen, der mit dem Bug in die Höhe ragt und höchstwahrscheinlich von Feinden getroffen wurde und nun im tiefen Meer versinkt. Der dunkle Dampf steigt zu der finsteren Wolkendecke auf, durch die nur ein kleiner Teil des Himmels durchscheint. Vielleicht sind einige der hellen Stellen am Himmel auch durch schwere Explosionen verursacht, die grell aufleuchten. Die beklemmende Stimmung, die dieses Kriegsbild ausstrahlt, wird von dem schaurigen Gerippe verstärkt, das in Übergröße auf dem Schiff im Vordergrund sitzt und mit seinem leeren Blick auf den riesigen Torpedo schaut, den es in den Händen hält. Es ist der Tod, der die gefährliche Kriegswaffe, die schon viele Menschenleben gekostet hat, wie ein Spielzeug in den Händen hält. Es ist wahrscheinlich nur noch eine Frage der Zeit, bis der Torpedo zum Einsatz kommt, denn was wäre es für ein Spiel das der Tod ohne Erfolg beenden würde.

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