Tod auf dem Meere

Tod auf dem Meere

Walter Draesner
Tod auf dem Meere, 1922
Aus: Ein Totentanz
Druck nach Scherenschnitt
Bild: 16,7 x 18,3 cm, Blatt: 22 x 29 cm

00:00 / 01:28

Wird vorgetragen von Danara Schürmann

Das Werk 'Tod auf dem Meere' wurde von dem Düsseldorfer Künstler Walter Draesner (1891–1940) 1922 in seinem Buch 'Ein Totentanz' publiziert. Bei allen 22 Blättern handelt es sich um Siebdrucke nach Scherenschnitten. Die von Draesner für diese Thematik gewählte Technik des Scherenschnitts transportiert in ihrer farblichen Schlichtheit und ihrer Reduktion auf Fläche und Kontur eine ohne Dramatik auskommende Ruhe der bis ins Detail ausformulierten Darstellungen. Beim Betrachten dieses Bilds fällt sofort die Tragik des abgebildeten Schiffs ins Auge. Völlig zerrupft und zerrissen treibt es inmitten der stürmenden, hohen Wellen auf offener See. Darüber ragt eine übergroße, skelettartige Gestalt, die förmlich mit der Silhouette des Schiffes verschmilzt und mit großer Freude Masten und Takelage auseinanderreißt. Im Mund hält die Gestalt eine Tabakpfeife, die in diesem Kontext als Vanitassymbol zu deuten ist und – wie auch eine erloschene Kerze – auf die Endlichkeit des Lebens hindeutet. Es ist offensichtlich, wer hier die Führung übernommen hat. Nicht nur der Sturm und die Wellen haben das Schiff heimgesucht, sondern mit ihnen auch der Tod, der es mit sichtbarem Enthusiasmus dem wortwörtlichen Untergang entgegensteuert.