The Storm

The Storm

Thomas Heawood (vermutlich nach Allart van Everdingen)
The Storm, um 1850
Stahlstich
18,9 x 24,5 cm

00:00 / 01:13

Wird vorgetragen von Julian Witzorky

Das Werk "The Storm – Der Seesturm" wurde um 1850 von dem Künstler Thomas Heawood (1810–1870) erstellt und 1951 in der Publikation "Die Galerien von München" von der Kunstanstalt A.H. Payne in Leipzig veröffentlicht. Es handelt sich um ein Stahlstich, der vermutlich nach Vorlage des Werks Seesturm an einer felsigen Bucht vom holländischen Maler Allart Everdingen (1621–1675) gestochen wurde.
Schauplatz in "The Storm" ist die stürmende See an einer steilen Felsküste. Der Himmel ist von dunklen Wolken bedeckt, wodurch die ganze Szene schattig und trist wirkt. Die tobenden Wellen brechen sich an den hohen Klippen, das Wasser schäumt weiß auf und wird vom starken Wind in alle Richtungen getrieben. Es sind bedrohliche Fluten, die an der Küste entlang wüten, während das Meer im Hintergrund ruhig steht. In der Ferne segeln Drei Schiffe auf der hohen See. Welchen Hafen sie ansteuern und wie lange ihre Reise noch dauert, bleibt ungewiss. Doch vom Schicksal der beiden Schiffe im Vordergrund erfährt der Betrachter mehr, die Reise der Schiffsbesatzungen scheint hier zu Ende zu sein. Die beiden Schiffe wurden von dem Sturm gegen Felsgestein geschlagen. Eines der beiden Schiffe steht schief auf dem Meer, das Segel ist gerissen und flattert durch die Luft. Mit Seilen versucht sich die Besatzung von Bord auf den anliegenden Felsbrocken zu retten und etwas weiter im Vordergrund haben sie eine Brücke aus Seilen zum Festland gebaut, um den gefährlichen Wellen zu entkommen. Es ist in Anbetracht des starken Sturms und des umherschlagenden Wassers eine sehr riskante Rettung, doch ist der Überlebenswille der Schiffer deutlich größer als ihre Angst vor dem unberechenbaren Meer. Für das zweite Schiff kommt leider jede Hoffnung zu spät. Es ragt nur noch die Spitze des Masts über die Meeresoberfläche. Der Rest vom Schiff und vermutlich auch ein großer Teil der Besatzung wurden bereits von den Wellen verschlungen.
Die sogenannten Seestücke erfreuten sich seit dem Vormarsch der Marinemalerei in den Niederlanden des 17. Jahrhunderts großer Beliebtheit. Dabei können Darstellungen von sinkenden Schiffen in tosenden Gewässern im Kontext traditioneller Vanitas-Stillleben mit moralisierender Botschaft gesehen werden. Sie erinnern an die Vergänglichkeit des Seins.