Hohe Fahrt

Hohe Fahrt

Hans Witzig
Hohe Fahrt, 1918/19
Folge von 11 Lithografien im Buch "Totentanz 1914–1918. Dichtungen von Carl Friedrich Wiegand. Mit elf graf. Kunstbeilagen von Hans Witzig, Art. Institut Orell Füssli, Zürich o.J. (1918)
Lithografie
Bild: 20 x 16 cm, Blatt: 27,5 x 20,2 cm

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Wird vorgetragen von Katharina Schuler

Das Werk 'Hohe Fahrt' von Hans Witzig (1889–1973) ist eine von elf Lithografien des Buches 'Totentanz 1914–1918', das 1918 von Carl Friedrich Wiegand (1877–1942) durch den Art. Institut Orell Füssli Verlag in Zürich veröffentlicht wurde. Wiegand schrieb für dieses Buch 37 Gedichte, in denen er die Soldaten für ihren Einsatz und ihre Aufopferung für das Vaterland hoch lobte.
Illustriert wird das Buch von elf Werken des Züricher Zeichenlehrers und Illustrators Hans Witzig. Eine Pressemeldung berichtet, dass Witzig die Lithografien ursprünglich nicht für Wiegands Texte schuf, sondern dass der Verlag diese unabhängig aus einer bisher unveröffentlichten Serie Witzigs ausgewählt hatte. Die Blätter bilden die Soldaten im Weltkrieg ab und verbinden sich durch ihre dramatische Darstellungsweise perfekt mit Wiegands euphorischen Texten.
Die finstere Szene in Hohe Fahrt zeigt den Krieg zu Wasser. Der Tod tritt in Gestalt eines hageren Matrosen auf. Mit dem Rücken zum Betrachter steht er in seinem hölzernen Boot und hält mit aller Kraft sich und das Ruder gegen den hohen Wellengang aufrecht. Er blickt auf die Szene im Hintergrund: Eine große Rauchwolke verschlingt ein weiteres Boot, von dem nur noch der Geschützturm sichtbar ist. Eine Explosion beendet hier das Leben der Besatzung, es wären nur wenige von Unzähligen, die auf diese Weise in der Tiefe des Meeres verschwinden.