Die Seefahrer und der Tod

Die Seefahrer und der Tod

Véronique Filozof
Die Seefahrer und der Tod, 1976
Folge von 40 Faksimiledrucken nach Tuschfederzeichnungen als Buch Der Totentanz / La danse macabre, Pharos-Verlag Hansrudolf Schwabe AG, Basel
Faksimiledrucke nach Tuschfederzeichnungen
Bild: 17 x 26 cm, Blatt: 23 x 27 cm

00:00 / 01:09

Wird vorgetragen von Julia Nebe

Filozofs Totentanzfolge umfasst 40 Faksimiledrucke nach Tuschfederzeichnungen und ist Teil eines größeren Projekts aus 250 Zeichnungen und Aquarelle, die sie ihrer Heimatstadt Basel widmete. Mit ihren zweidimensionalen jedoch expressiven Figuren und der immer als weißes marionettenhaftes Skelett erscheinenden Todesgestalt sowie den kalligraphisch realisierten Erd-, Himmel- und Raumflächen, die aus Kringeln, Parallelstrichen, Wellen- oder Zickzacklinien bestehen, weisen die Szenen einen einheitlichen Charakter auf. Am linken Bildrand findet sich immer eine Leiste mit einem oder mehreren Tieren – zumeist phantastischen Mischwesen – deren Symbolik den alten Visionen von Tod, Sünde und Gericht entsprechen. In den meisten Bildern der Folge kommt der Tod von links oder führt die Betroffenen nach links fort. Ebenso nach links bewegt sich auch die Prozession der Ständevertreter im traditionellen mittelalterlichen Totentanz.
So ist auch das vorliegende Werk 'Die Seefahrer und der Tod' in der für Filozof typischen Weise dargestellt. Der geringe Naturalismusgrad und die fast witzige Darstellung lassen den Tod dennoch nicht weniger beängstigend erscheinen. Das Dampfschiff fährt auf dem offenen Meer, das den gesamten Hintergrund dieses Bildes ausmacht, Eisberge ragen hervor. Die Besatzung sitzt nichts ahnend im Schiffshäuschen, der Kapitän späht durch sein Fernrohr. Einer Gallionsfigur gleich prangt der Tod am Bug des Schiffes, winkend, ein Megaphone an den Lippen. Das Schiff steuert direkt auf den offenen Mund eines Meeresbewohners zu. Hier ist sicherlich eine Analogie zu der Wal-Figur aus der biblischen Jona-Erzählung auszumachen.