Die Reise

Kirsten Krüger
Reise, 2007
Bambus, Acrylglas
55 x 165 x 145 cm
VG Bild 2021

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Wird vorgetragen von Linda Jarkovska

Eine Plastik wie eine Zeichnung, die Linien gezogen mit grünlichblauem Bambus, auf transparenten Acrylglasstangen wellenförmig hintereinanderweg über dem Boden schwebend: ein Stück Meer im Raum. Es handelt sich offenbar um einen Ausschnitt aus einer wiegenden Wasserfläche unbekannten Ausmaßes, geschaffen mit zwei denkbar spröden Materialien. Das Knacken und Bersten dieser ist förmlich spürbar. Im Mittelpunkt der Plastik, ragt das bloße Skelett eines Koffers hoch über die Wellenlinie empor. Ein Stück Zivilisation taucht auf. Aufrecht steht dieser Überseekoffer im Wellengang. Es ist völlig offen, welche Habseligkeiten hier unterwegs sind und wie diese Reise vonstatten geht. Über das Schicksal des oder der Menschen, die diese Reise angetreten haben, herrscht Ungewissheit. Der Koffer, der hier metaphorisch für den Übergang in neue Welten oder auch das Ende der Lebensreise stehen mag, gleichzeitig jedoch über Material und Begrifflichkeit die Geborgenheit eines Weidenkorbes ins Gedächtnis ruft, fährt über den unergründlichen Naturraum Meer. Oder ist es umgekehrt und das Meer wird getragen von diesem Koffer? Kirsten Krügers Skulptur „Reise“ ist radikal transzendent.

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