Die Überfahrt

Fritz Möser
Die Überfahrt, 1965
Blatt 14 der Folge von 14 Linolschnitten "Totentanz. 10 Linolschnitte."
Linolschnitt
Bild: 37 x 29,2 cm
Blatt: 50 x 35 cm

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Wird vorgetragen von Timo Heimerdinger

Das Werk "Die Überfahrt" gehört zu der 1965 veröffentlichten Totentanzfolge des deutschen Linolschnittkünstlers Fritz Möser (1932–2013). Möser war Autodidakt und arbeitete zeitlebens mit dem Medium des Linolschnitts. Er illustrierte zunächst Texte und entwickelte spätere autonome Zyklen zu Themen der griechischen Mythologie, der Bibel und der Lyrik des 20. Jahrhunderts.
Der Zyklus aus dem das vorliegende Blatt stammt, ist kein Totentanz im klassische Sinne, sondern es liegt ihm ein Narrativ zu Grunde. Die Folge beginnt mit der ersten Begegnung mit dem Tod und endet mit der symbolischen Überfahrt in das Reich der Verstorbenen.
Mösers zahlreichen Werke sind geprägt von den eckigen, spitzen und kontrastreichen Elementen, die dem Medium des Linolschnitts inhärent sind. Die düstere und kontrastreiche Darstellung sowie die scharfen Kanten bedeuten eine eindrucksvollen Ausdrucksstärke und prägen eine ernste und zu teils bedrohlich Stimmung. Die Überfahrt zeigt den Weg in das ewige Reich des Tods. Der riesige helle Mond bringt etwas Licht in die dunkle Szene. Das Meer ist aufgebraust, das Wasser schlägt leichte Wellen auf denen ein Boot treibt, das vollbesetzt mit weitestgehend verschleierten Personen ist. Auf dem Bug des Schiffs sitzt eine verhüllte Gestalt und wacht über die Passagiere. Die sich fast über das gesamte Bild spannende Sense und die knochige Hand weisen die dunkle Gestalt als den personifizierten Tod aus.

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