Death Turned Pilot

Death Turned Pilot

Thomas Rowlandson
Death Turned Pilot, 1815
Aus: The English Dance of Death in Twenty-four Monthly Numbers, from the Designs of Thomas Rowlandson, accompanied with Metrical Illustrations, by the Author of ‘Doctor Syntax’ […] London: Printed by J. Diggens, St. Ann's Lane; Published at R. Ackermann's Repository of Arts […], 1815
Aquatintaradierung, koloriert
11,5 x 20,2 cm

00:00 / 01:14

Wird vorgetragen von Timo Heimerdinger

'Der Tod an der Pinne', so könnte man den Titel des Werks Death turned Pilot des englischen Karikaturisten Thomas Rowlandson (1756–1827) aus dem Jahr 1815 übersetzen. Rowlandson erstellte eine thematisch traditionelle Totentanzserie mit 72 kolorierten Aquatintadarstellungen, die den Titel The English Dance of Death trägt. Der Tod sucht sich in Rowlandsons Werken willkürlich Menschen aus, denen er größtenteils in alltäglichen Lebenssituationen begegnet. Death turned Pilot zeigt eine dramatische Szene in einem kleinen Holzboot inmitten stürmischer Wellen. Die verängstigte Besatzung gibt alles und legt sich mit letzter Kraft in die Riemen, doch für einige ist der Kampf ums Überleben jetzt schon vergebens: Neben dem Boot recken sich nur noch zwei Arme aus dem Wasser, eine Frau greift mit ganzem Körpereinsatz nach ihrem Kind, das bereits aus dem engen Boot herausgefallen ist. Besonders beunruhigend ist der skelettartige Steuermann, der hoch oben und hämisch-grimmig lächelnd über der Szene thront. Der Tod selbst sitzt am Steuer und hält eine Sanduhr empor. Seinen Passagieren zeigt er, dass ihre Hoffnung auf ein Überleben vergeblich ist. Sie können zuschauen, wie ihre Zeit abläuft – das Bild wird zu einem Memento mori.