Arbeitstagung und Ausstellung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (digital)

Buchvorstellung 'Tore zur Welt - Hafenstädte: Laboratorien der Moderne'

Das Leben stammt aus dem Meer. Gleichzeitig aber war die See immer auch ein gefährlicher Ort, dem viele Leben zum Opfer fielen. Stürme und Schiffbruch sind untrennbar mit der Schifffahrt verbunden und kosteten unzähligen Menschen das Leben. Seekriege wurden mit äußerster Brutalität geführt. Die Arbeit an Bord der Schiffe zählte zu den gefährlichsten Berufen. Unfälle, Meutereien und Überfälle gingen einher mit Mangelernährung und fehlender Hygiene. Skorbut, Durchfallerkrankungen und Fieber gehörten zu den häufigsten Krankheiten auf See. Aber auch an Land war man nicht in Sicherheit vor den Gefahren des Meeres. Sturmfluten bedrohten die Bevölkerung der Küstenregionen. Seuchen und Epidemien wurden über die Schifffahrtswege in die Hafenstädte eingeschleppt und verbreiteten sich von dort aus ins Hinterland. Und heute ist der maritime Lebensraum durch Klimawandel und Verschmutzung selbst bedroht.

Die Ambiguität zwischen Faszination und Schrecken, Abenteuer und Desaster im Verhältnis von Mensch und Meer fand ihren Niederschlag auch in der Literatur und bildenden Kunst – Anlass genug für eine internationale Arbeitstagung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (22. bis 23. April 2021), die ausgewählte Aspekte dieses Wechselverhältnisses in kultur-, wirtschafts- und medizinhistorischer Perspektive diskutiert, und für diese Ausstellung mit Arbeiten aus der Grafiksammlung Mensch und Tod der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, die am Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin betreut wird.

(Plakatentwurf: Christof Neumann nach Walter Draesner)

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