Ein Skizzenbuch

Helmut Plontke
Ein Skizzenbuch VII, 1985
Blatt 7 der Folge von 18 Fotolithografien nach Bleistiftzeichnungen im Heft "Ein Skizzenbuch"
Fotolithografie nach Bleistiftzeichnung
Bild: 13 x 11 cm, Blatt: 21 x 14,7 cm

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Wird vorgetragen von Linda Jarkovska

Der aus Siegen stammende Künstler und Kunstlehrer Helmut Plontke (1922–1991) thematisierte in seinen Werken vor allem Kriege und Mythologien, die er auf seine eigene Weise darstellte. So sind seine Bilder von Grausamkeiten und schaurigen Darstellungsweisen geprägt, welche meist dem Surrealismus zuzuordnen sind. Schon das Werk " Das Schiff des Columbus: Going West" ist Teil dieser Ausstellung, in dem die Brutalitäten der Überseereise des Kolumbus nach Amerika dargestellt sind.
Und auch das Werk "Ein Skizzenbuch" von 1985 zeigt ein auf dem ersten Blick kaum zu erkennendes Ereignis auf hoher See. Die Linien führen in alle Richtungen und bringen so Dynamik in das Werk, welches beim Betrachten ungeordnet und durcheinander wirkt. Erst beim genaueren Hinschauen erfährt man die eigentliche Handlung. Im Vordergrund ist ein riesiger Fisch zu erkennen, vermutlich ein Wal, der sich mit seinem langen Körper an der Wasseroberfläche schlängelt. Im Hintergrund reicht der Blick über das weite Meer bis zum Horizont, wo sich die wärmende Sonne im Wasser spiegelt. Am Himmel schwebt ein großes Gebilde, das durch seine spitze Form gefährlich und überwältigend wirkt. Was hier auf dem ersten Blick wie eine Palme aussieht, scheint ein großes Wolkengebilde zu sein, unter dem ein schreckliches Unwetter herrscht. Das weitere Schiff in der Ferne befindet sich genau inmitten dieses Naturschauspiels, doch ob es die Reise anschließend fortsetzen kann, erfährt man hier nicht.

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